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Pünktlich um 7:30 Uhr kommen wir am nächsten Tag an dem kleinen Fährhafen an. An der noch geschlossenen Ticketkasse hat sich schon eine Schlange gebildet und wir sind froh dieses Thema am Vortag abgehakt zu haben.

Dann gibt es noch diese andere Schlange, die aus Taschen, Sonnenschirmen, Kühlboxen und anderen Urlaubsutensilien besteht und zur Ablegestelle führt. Etwas verwirrt schauen wir uns nach Hinweisen um, was zu tun ist und beschließen unsere Rucksäcke einfach auch in die Schlange einzureihen und unter einem Schirm Platz zu nehmen. Während wir da so sitzen und darauf warten, dass es losgeht, wird uns bewusst, wie sicher wir uns in Panama fühlen. In manch anderen Ländern hätten wir unsere Rucksäcke sicher nicht so weit von uns entfernt abgestellt. Selbstverständlich behalten wir sie auch hier im Auge.

Panama City Fährhafen nach Taboga Island

Sobald die Fähre dann ankommt, sehen wir, dass wir alles richtig gemacht haben, als die Besitzer der diversen Taschen und sonstigen Gegenstände mit ihnen die Stelle tauschen und wir somit in der Mitte der Schlange unseren Platz einnehmen können.

Die einstündige Fahrt mit der Personenfähre passiert den Eingang zum Panama Kanal, wo zig große Schiffe auf Ihre Einfahrt warten. Angekommen auf der kleinen Isla Taboga (deren Namen ich immer wieder mit der Karibikinsel Tobago verwechsle) müssen wir nur wenige 100 Meter zu unserer Unterkunft laufen, da die Insel sehr überschaubar ist. Unser schönes Zimmer im Vereda Tropical Hotel mit der großartigen Aussicht zum Meer wird zur perfekten Oase am Anfang unseres dringend benötigten Urlaubs. Auch die hübsche, entspannte Insel mit den vielen Blumen und dem kleinen zentralen Platz ist jetzt genau das Richtige für uns. Wir liegen am Strand, essen leckeren, frischen Fisch und genießen das gemütliche Fischerdorf. An einem Tag machen wir eine kleine Wanderung zum Cerro de la Cruz, die laut Führer nur eine einfache halbe Stunde dauern soll. Verschwitzt und nur mit Flip-flops an den Füßen kommen wir nach über einer Stunde beim Kreuz an. Nachdem auch die Beschreibung des Wanderweges kompletter Blödsinn war, liegt die Vermutung nahe, dass der Autor des Führers die Tour selbst nie gegangen ist. Die Aussicht ist auf jeden Fall toll, genau wie die frische Brise, die uns dort umweht.

Fähre nach Taboga Island

Schiffe auf dem Panamakanal

Wartendes Schiff Panama Kanal

Backpacking bepackt

Hotel Vereda Tropical

Isla Taboga

Isla Taboga

Isla Taboga

Food Isla Taboga

Isla Taboga Camino de la Cruz

Isla Taboga Cerro de la Cruz

Isla Taboga Cerro de la Cruz

Bird Taboga

Adler über Isla Taboga Cruz

Als der Silvesterabend näher rückt, wird die Insel lebendiger. Panamaische Touristen schwärmen auf unsere beschauliche Isla, von jeder Terrasse strömt aus überdimensionierten Lautsprechern ein anderes Lied und Kracher werden voller Vorfreude von der einheimischen Jugend Tage (und Nächte) im voraus gezündet.

Silvester selbst verbringen wir auf der Restaurantterrasse unseres Hotels und später noch am Strand vor unserer Tür, wo Touristengruppen Strandparties mit viel Musik und Gelächter feiern. Als die einheimische Jugend immer waghalsiger herumböllert, fliehen wir irgendwann, um nicht in die Schusslinie zu geraten. Musik und Böllern hört auch im Morgengrauen nicht auf, wenn die ersten Leute schon wieder ins Meer hüpfen.

Ausblick Hotel Vereda Tropical

Silvester Strand Isla Taboga

Anscheinend wollen die jungen Leute hier die Gelegenheit zu knallern nicht nach einem einzigen Abend aufgeben und so geht das Zünden am nächsten Tag unbeirrt weiter. Die Strände sind auf einmal voll von Tagestouristen und auf den Strassen wird fröhlich weiter gefeiert. Und ich freue mich hier karibische Köstlichkeiten wie Souse gefunden zu haben.

Isla Taboga Strand

Isla Taboga

Pigfoot Souse

Ein paar Tage später fahren wir mit dem Boot zurück in die Hauptstadt und von dort mit dem Taxi direkt weiter zum Bus Terminal, von wo wir einen Minibus zum kleinen Bergdorf El Valle nehmen. Das interessante an dem Busterminal dort ist, dass man, nachdem man eine Fahrkarte gekauft hat, noch durch ein Drehkreuz gehen muss, für dessen Passierung man pro Person 25 Cent zahlen muss. Aber eben leider nicht in bar, sondern mit einer vorher für einen Dollar gekauften aufladbaren Karte (die wir natürlich nicht besaßen und von der uns auch keiner beim Fahrkartenkauf etwas gesagt hat). Glücklicherweise ließ uns jemand mit seiner Karte passieren, nachdem wir ihm das Geld gegeben hatten. Er muss die Panik den Bus zu verpassen in unseren Augen gesehen haben.

Fähre Isla Taboga

El Valle ist ein entspannter, kleiner Ort, der zu Spaziergängen und kleinen Ausflügen einlädt. Es ist um einiges kühler als am Meer und nieselt regelmäßig. Unser Hotel liegt an der Hauptstraße und unser Zimmer geht zur mit bunten Hängematten bestückten Gemeinschaftsterrasse raus. Und ich frage mich jede Nacht: warum sind die Menschen hier nur so laut? Wie auf der Weltreise auch, verbringe ich einige schlaflose oder von schlaflosen Phasen unterbrochene Nächte.

Hotel El Valle

Hotel El Valle

Aussicht Terrasse El Valle

El Valle Panama

El Valle Panama

El Valle Panama

Wir beschließen nach einem Besuch auf dem kleinen Obst- und Gemüsemarkt und dem wichtigsten Kunsthandwerksmarkt außerhalb der Hauptstadt einen Spaziergang durch das durch vulkanische Erruptionen extrem fruchtbar gewordene Land rauf zu Wasserfällen zu machen. Auf dem abwechslungsreichen von Blumen und Obstbäumen übersäten Weg sehen wir bunte, kleine Kolibris, die an Blumen naschen und riesige, blauschimmernde Morpho Schmetterlinge, die leider zu schnell waren, um sie fotografisch festzuhalten. Der Wasserfall selbst, zu dem man über kleine Hängebrücken gelangt, ist mit 5 Dollar pro Person ziemlich überteuert und eigentlich nichts besonderes. Wir machen es uns trotzdem dort gemütlich und schlürfen unsere mitgebrachten Maracujas.

Markt El Valle Panama

Kunsthandwerksmarkt craft market El Valle Panama

Kirche church El Valle Panama

El Valle Panama

Kolibri Panama Hummingbird

Kolibri Panama Hummingbird

Hängebrücke El Chorro Macho El Valle

Der Tag ist noch jung und so machen wir noch einen zweiten Ausflug raus zu natürlichen Thermen. Hier stehen auch zwei mit Schlamm gefüllte Töpfe. Auf das Gesicht aufgetragen soll die mineralische Masse verjüngenden Effekt haben. Wir merken die Wirkung sofort!

 Los Pozos Termales El Valle Panama

Auf dem Heimweg entdeckt mein geübtes Auge in einem großen Garten ein unbekanntes Tier, das wir später als Agutis identifizieren. Abends essen wir an einem kleinen Stand vor unserer Unterkunft den weltbesten Taco con Pollo.

Am nächsten Tag geht es schon weiter nach Boquete. Nach nur drei Bussen und achteinhalb Stunden sind wir da.

Bus to Boquete

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