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In Almirante gibt es zwei Ablegestellen und damit auch zwei Firmen, die Gäste nach Bocas del Toro kutschieren. Um  das Boot zu erwischen, das als nächstes fährt, frage ich den Passagiereintreiber am Strassenrand. Seiner Antwort, dass es in fünf Minuten losgeht, traue ich nicht ganz und frage an der Kasse nochmal nach. 45 Minuten gibt sie als Auskunft und wir beschließen zum benachbarten Bootstaxi zu laufen. Dort stimmen die Aussagen von beiden Angestellten überein und wir kaufen eine Fahrkarte, um in einer Viertelstunde loszufahren. Eine halbe Stunde später warten wir immernoch und ich wundere mich über meine anhaltende Gutgläubigkeit.

Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde und schon legen wir in Bocas Town an. Da wir unsere Unterkunft bewußt ein wenig außerhalb des als Partystadt bekannten Zentrums gewählt haben, winken wir sofort ein Taxi heran und lassen uns die 10 Minuten raus fahren. Bei unserer Unterbringung angekommen, erfahren wir, dass unser Hotel seit einigen Wochen ein Problem mit seinem neuen Buchungssystem hat und überbucht ist. Die schöne Unterkunft über dem Wasser, die wir reserviert hatten, ist leider schon besetzt und wir müssen mit einem Zimmer in einem alternativen Hotel vorlieb nehmen. Das Haus ist zwar nicht so schön, wie geplant und unser Nachbar ist ein Sägewerk, aber das Zimmer selbst ist hübsch und wir haben eine gemütliche Terrasse mit Hängematte.

Am Tag unserer Ankunft faulenzen wir einfach nur und bleiben im Viertel, das sich Saigoncito nennt. Wir essen lecker an einem kleinen lokalen Strassenrestaurant und genießen unsere Terrasse, die raus in den üppigen Garten schaut. Abends laufen wir etwa 25 Minuten ins Zentrum und lassen den Stadtkern, der weitaus weniger wuselig ist, als erwartet, auf uns wirken.

Restaurant Bocas del Toro

Essen Bocas del Toro

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Bocas Town

Am nächsten Tag leihen wir uns Fahrräder und nehmen eine großartige Route an der Ostküste entlang, auf teils recht sandigen, aber auch steilen, steinigen Strassen bis wir zum Playa Bluff kommen. Auf dem Weg dorthin machen wir am Paki Point, einem gemütlichen Strandrestaurant im Asienstil Pause, wo wir uns einen fruchtigen Shake gönnen und ein wenig empört sind, dass es für die Nutzung der Liegen einen Mindestverzehr gibt. Als wir Playa Bluff erreichen, machen wir es uns unter ein paar Bäumen im Schatten bequem und genießen die Ruhe.  Am Abend fahren mit den Rädern nochmal in die Stadt. Bocas Town besteht aus zwei Hauptstraßen, von denen die eine an einem kleinen Platz vorbei führt, an dem sich die Einheimischen abends sammeln, die andere ist parallel zum Meer mit vielen kleinen Bars und Restaurants auf Stelzen. Überall wimmelt es von Touristen und coolen, meist angetrunkenen Surfer Dudes. Wir genießen ein Bierchen in einer Surfer Bar und können es nicht glauben, als wir keine Stunde später zu unserem vor der Bar geparkten Fahrrad zurück kommen und V’s Sattel fehlt. Stehend fährt sie die 10 Minuten zurück zu unserer Unterkunft. Wir erfahren von Jenny, der Hotel- und Fahrradbesitzerin, dass Sattelklau hier nicht unüblich ist. 🙁

Weg nach Playa Bluff

Weg nach Playa Bluff

Paki Point

Paki Point

Paki Point

Playa Bluff

Playa Bluff

Bocas Town

Bocas TownBocas Town

Bocas Town Restaurant

Bocas Town

Tags drauf nehmen wir den öffentlichen Bus einmal quer über die Insel nach Bocas del Drago, dem Strand, der zu Deutsch „Drachenmund“ heißt. Von dort laufen wir nochmal 20 Minuten zum Playa Estrella, an dem man eigentlich massenhaft rote Seesterne im und am Wasser sehen können sollte. Wir sehen keinen einzigen. Das ändert aber nichts daran, dass der Strand sehr schön und entspannt ist.

Bus nach Bocas del Drago

Playa Estrella

Playa Estrella

Am nächsten Tag nehmen wir ein Bootstaxi zu unserem nächsten Stop, der Isla Solarte, einer 8 km2 kleinen Insel, auf der nur eine Fischergemeinschaft lebt und auf der ein charmantes Hotel, die Bambuda Lodge errichtet wurde. Dort verbringen wir gemütliche Tage am Pool mit Meerblick, auf unserer Terrasse mit Dschungelausblick und machen einen Schnorchel-Tagesausflug auf verschiedene Inseln. Einen Tag mieten wir uns ein Boot mit Fahrer und machen eine Tour nach Bastimentos Stadt, einem Örtchen mit starkem karibischen Flair und dem Red Frog Beach. Die bunten Frösche, heißt es, seien höchst giftig. Wir begnügen uns mit Schauen ohne Anfassen.

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Bambuda Lodge - Solarte

Delfin

Weg zum Red Frog Beach - Bastimentos

Foto 16.01.16, 22 42 06

Red Frog - Bastimentos

Papagaien

Papagai

Bastimentos Town

Nach unseren Tagen auf Solarte, fahren wir zurück nach Bocas del Toro und laufen vom Steg mit unseren Backpacks zum kleinen Flughafen von Bocas, um von dort im Flashpackerstyle nach Panama City zurückzufliegen. Die manuelle Sicherheitskontrolle am Flughafen verblüfft uns etwas: zwei Angestellte öffnen jedes Gepäckstück und zerwühlen in aller Seelenruhe die sorgfältig gepackten Koffer und Rucksäcke. Anschließend nochmal das gleiche Spiel mit dem Handgepäck.

Security Bocas Airport

In Panama City übernachten wir nochmal in unserem Hotel, um am nächsten Morgen um halb sechs von dem Fahrer unserer bei Cacique Cruiser gebuchten San Blas Tour abgeholt zu werden. Im Dunkeln fährt der wortkarge Fahrer ein paar mal um den Block auf der Suche nach einer Unterkunft, in der scheinbar noch andere Kunden auf ihre Abholung warten. Wir bleiben mit laufendem Motor stehen, er steigt aus, wartet, steigt wieder ein. Wir fahren nochmal eine Runde, bleiben vor dem gleichen Haus wieder stehen und das Ganze wiederholt sich. Irgendwann führt er ein kurzes Telefonat und fährt ohne Erklärung weiter. Anschließend werden noch drei junge Israelis eingeladen. Als das Mädchen nach dem Einsteigen ausruft „Let’s go, bitches!“ frage ich mich, ob ich zu uncool oder zu alt bin für so einen Scheiss! Wir machen kurz halt bei einem Supermarkt, um uns mit Wasser und sonstigen privaten Freuden einzudecken. Auf dem Supermarktparkplatz treffen sich noch andere Tourgruppen, alle angefahren mit Geländewagen und spanischsprechenden Fahrern, die vor Ort Ihre Kundschaft abkassieren. Anschließend versammeln sich die Fahrer rund um ein Auto und plötzlich werden große Geldbündel hin und hergeschoben. Ein interessanter Anblick!

Dann geht die Fahrt über kurvige, steile Straßen, durch Nieselregen und Nebelwälder weiter, bis wir die Küste erreichen. Dort werden die Touris auf ihre jeweilige Gruppe verteilt und weiter geht es mit unserem Kapitän Jermaine, der uns mit „Heilandssack!“ begrüßt, in Richtung Paradies. Unser erster Stop findet auf einer kleinen Insel mit Restaurant statt. Hier setzen wir unser Gepäck ab und fahren direkt weiter auf eine kleine Partyinsel vor deren Küste ein Schiffwrack zum Schnorcheln einlädt. Wir verbringen zwei Stunden dort, genießen die großartige Aussicht, schnorcheln und fühlen uns dem Himmel ganz nah. Anschließend gehts zurück auf die Restaurant-Insel. Wir essen etwas und haben Zeit umherzulaufen. Als wir schließlich zu unserer Base aufbrechen wollen, fehlen zwei Leute aus unserer Gruppe. Wir suchen überall und beschließen dann ohne sie loszufahren. Wir sind etwa  150 Meter von der Küste entfernt, als wir die Zwei ganz entspannt am Strand umherlaufen sehen. Sie winken uns lächelnd zu und sind sich ihrer Situation scheinbar gar nicht bewusst. Auf dem Boot diskutieren wir in der Zwischenzeit, ob wir zurückfahren, um sie abzuholen oder sie ihrem Schicksal überlassen. Natürlich fahren wir zurück, laden sie ein und als wir uns schon wieder ein paar hundert Meter entfernt haben, fällt den bereits ordentlich angetruckenen Zwei ein, dass ihre Sachen ja noch auf der Insel sind. Dieses Mal haben sie keine Chance, da der Rest der Gruppe einstimmig beschließt jetzt endlich auf unsere Heimatinsel fahren zu wollen.

Weg nach San Blas

Weg nach San Blas

San Blas

San Blas

San Blas

Die Fahrt in dem kleinen Boot ist atemberaubend. Das Wasser spritz links und rechts, die Personen am Rand, zu denen ich auch gehöre, werden klitschnass und aus zusammengekniffenen Augen erkenne ich alle paar Meter traumhafte Miniinseln mit vereinzelten Palmen.

San Blas

San Blas

Unsere Home Base ist die Isla Iguana. Die Insel ist ganz klein mit nur einigen Hütten, in denen ein paar Einheimische und unser Tourguide wohnen. Dann gibt es noch eine größere Hütte mit einem Essbereich und eine mit einer Art Dorm, in der wir übernachten. Ansonsten gibt es nur den Sternenhimmel, Palmen und das hammerblaue Meer. Ach und Wind. Den gibt es dort auch. Wir erfahren, während wir versuchen ihm zu trotzen, dass es sich um die sogenannte Windy Season handelt. Den Abend verbringen wir am Strand und in der Ess-Hütte, wo wir nicht nur essen. 😀

San Blas

Isla Iguana - San Blas

Isla Iguana Dorm

Da unser Rückflug von Iberia um einen Tag nach vorne verlegt wurde, können wir nur eine Nacht auf San Blas bleiben. Am nächsten Tag packen wir also unsere Rucksäcke, um bereit zu sein, wenn Jermaine uns wieder abholen kommt. Vorher machen wir aber erst noch einen Abstecher auf die Insel Hierba, die wie die anderen Insel hier der Wahnsinn ist. Wir essen und lassen es uns gut gehen, bis es Zeit ist abzulegen. Wir holen unsere Sachen und machen uns auf den Weg zurück nach Panama City, wo wir auf einer Dachterrasse mit Blick auf die Stadt unseren Urlaub ausklingen lassen. Was für ein großartiges Ende für eine tolle Reise!

Isla Hierba

San Blas

Panama City Dachterrasse

 

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