Oh wie schön ist Panama

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Ich muss zugeben, dass ich mich immer auf Langstreckenflüge freue. Stundenlang Filme gucken ohne schlechtes Gewissen, weil man ja sowieso nichts anderes machen kann. Egal wie müde ich bin, mit weit aufgerissenen Augen starre ich auf den oft viel zu kleinen Bildschirm, der am Vordersitz angebracht ist und zappe durch das Programm, bis ich einen der unzähligen Blockbuster finde, der mich anspricht. Wenn ich ein Flugzeug betrete, schweift mein Blick nicht wie bei vielen anderen auf die Sitzplatznummern sondern auf die Displays, um zu sehen, mit welcher Technik dieses Flugwunder ausgestattet ist. Wir fliegen mit Iberia, von München nach Madrid und weiter nach Panama City. Auf dem ersten, dreistündigen Teil der Strecke gibt es weder Essen noch irgendwas zu trinken, wenn man nicht gerade gewillt ist, sein Portmonee zu zücken. Okey, das kann es schonmal geben. Nicht ideal, aber wir finden uns damit ab und halten uns an unser mitgebrachtes Wasser.

Was mir aber den Rest gibt, beim Einsteigen in Madrid, ist der Anblick von Sitz Nr. 1C: Eine graue Fläche auf der Rückseite des Kopfteils – kein Display! Auf einem 11 Stunden Flug! Ich tippe S auf die Schulter und zeige auf die erste Sitzreihe. Wir sind entsetzt! Auch ansonsten ist die Iberia Maschine aus dem letzten Jahrhundert. Klapprig und an vielen Stellen defekt. Vom furchtbaren Essen fange ich gar nicht erst an zu schreiben. Wir sind froh, als wir das Flugzeug nach der Landung in Panama City wieder verlassen können.

Iberia airplane to Panama

Iberia food

Am kleinen Flughafen der Hauptstadt heben wir erst einmal Dollar ab. Die offizielle Währung in Panama ist der US Dollar in Scheinen und die lokale Währung Balboa, sobald Münzen ausgetauscht werden. Wir steigen in ein Sammeltaxi, das uns in die Stadt fahren soll. Nach ca. 20 Minuten Fahrt tauchen bereits die ersten Wolkenkratzer neben der Autobahn auf und mein erster Gedanke ist, dass die paar Türmchen zum Financial District Downtown gehören. Doch einige 100 Meter weiter sehe ich die „echte“ Skyline von Panama City, die den Horizont ausschweifend mit diesen imposanten Stahlkolossen schmückt. In der Großstadt wird schon seit einigen Jahren reichlich gebaut und immer noch fleißig in den Himmel hoch gezimmert.

Panama City skyline

Angekommen im Hotel an der Plaza Cinco de Mayo wird auf den ersten Blick klar, dass die Panamaer ihre Weihnachtsdekoration sehr ernst nehmen. 🙂

Panama City christmas decoration

Abends laufen wir die Avenida Central, die von unserem Platz bis ins Altstadtviertel führt, entlang. Die Fußgängerzone mit ihren vielen Geschäften und mobilen Essständen klappt so langsam die Bürgersteige hoch und die dunklen Ecken wirken etwas obskur. Aber schließlich hat uns die freundliche Rezeptionististin erklärt dass es bis 21 Uhr kein Problem sei, zu Fuß dort herumzulaufen. Danach sollten wir aber ein Taxi nutzen. Wir vertrauen darauf und kommen so langsam in dem Treiben und in der schwülen Nachthitze der Stadt an.

Am nächsten Tag spazieren wir ins Casco Viejo, die Altstadt. Wir können gut nachvollziehen, dass dieses Viertel zum Weltkulturerbe erklärt wurde: Kolonialhäuser mit farbenprächtigen Fassaden, unzählige Kirchen, historische Monumente und kleine, begrünte Plätze zum Flanieren und Sitzen reihen sich an einander. Überall wird hier gehämmert und gewerkelt. Mit aufwendigen Renovierungsarbeiten wird das heruntergekommene Viertel wieder aufgewertet. Man findet hier hippe Cafés neben schicken Boutiquen und teuren Hotels. Dazwischen stehen baufällige Gebäude und sogar Ruinen, aus denen meterhohe Bäume wachsen. Das Viertel ist geschäftig und gleichzeitig wirken die Menschen sehr entspannt.

Panama City Casco Viejo

Panama City Casco Viejo

Panama City Casco Viejo

Panama City Casco Viejo

Panama City Casco Viejo

Panama City Casco Viejo

Grafitti Panama City Casco Viejo

Grafitti Panama City Casco Viejo

Panama hats

Panama Stadt Altstadt - Panama Casco Viejo

Wir lassen die eleganten Restaurants hinter uns, wollen etwas typisch panamaisches zum Mittagessen und freuen uns, als wir einen kleinen Laden finden, der u. a. Pollo Asado (gegrilltes Huhn) und Platanos (fritierte Kochbananen) vom „Buffet“ serviert. Hier probieren wir unser erstes Cerveza Nacional „Balboa“.

Panama Stadt local food place - Panama Stadt lokales Restaurant

Panama Stadt lokales Essen - Panama City local food

Foto 29.12.15, 19 30 08

Das Wasser aus dem Hahn ist übrigens in fast allen Städten trinkbar, was uns sehr freut, da wir bei solchen Temperaturen immer mit einer großen Flasche Wasser unterwegs sind, wie man auf zahlreichen Bildern unseres Weltreiseblogs sehen kann.

Zwischen Casco Viejo und der Ecke rund um unser Hotel liegen zwar nur 10 Minuten Laufweg, aber es sind komplett unterschiedliche Welten. Mit jedem Meter verändern sich das Stadtbild und die Menschen. Die Altstadt will in neuem Schein glänzen, will modern und schick sein, ist spürbar im Aufbruch. Die andere Welt dagegen ist wuselig, laut (die Läden übertönen sich hier mit der aus Lautsprechern wummernden Musik gegenseitig), ein wenig schmuddelig, nicht so glattgebügelt und poliert.

Panama Stadt Avenida Central - Panama City

Panama Stadt Avenida Central - Panama City

Panama Stadt - Panama City

Panama Stadt Friseur Laden - Panama City hair dresser

Panama Stadt Avenida Central - Panama City

Panama Stadt Avenida Central Frühstück - Panama City

Panama Stadt Avenida Central - Panama City

Und zwischendrin trifft man immer wieder auf Menschen vom Guna Yala Stamm, der seine Urprünge an der karibischen Küste nördlich von Panama City hat.

Panama Stadt Avenida Central Kuna Yala - Panama City

Panama Stadt Avenida Central Kuna Yala - Panama City

Am Nachmittag fahren wir zum Ticket Office der Fähre, die uns am nächsten Tag zur Isla Taboga bringen soll. Einen Tag vor Silvester wollen wir sicher gehen, dass wir auch ja ein Ticket für das angeblich einzige Boot bekommen, das pro Tag fährt. Wir informieren uns vorher, wie lange das Büro geöffnet ist und sind überrascht, als wir trotzdem 20 Minuten vor geschlossenem Ticket Fenster warten müssen, bis die Verkäufer mit was auch immer fertig sind. Unser freundlicher Taxifahrer hat die Ruhe weg und wartet geduldig mit uns.

Abends entdecken wir im Innenhof einer Ruine in der Altstadt den sogenannten Fish Market (der so gar nichts mit einem Fischmarkt, wie wir ihn kennen, gemein hat), wo leckere Tacos zwischen Palmen und weißen Schirmen aus einem Truck serviert werden. Wir genießen das Ambiente und freuen uns schon auf entspannte Insel-Tage.

Panama Stadt Fischmarkt - Panama City Fish Market

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2 Comments

  1. Antonella / 1. Februar 2016 at 20:31 /Antworten

    Ich bin begeistert. Welch tolle und farbenfrohe Bilder. Super Bericht. Man sass direkt mitten drin. Thanks!

    • V / 1. Februar 2016 at 21:17 /Antworten

      Hola guapa, siehst du… so schnell kann’s gehen. Heute hast du noch nach Reisefotos gefragt. Und es kommt noch mehr… 😉 Abrazo fuerte! V

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